Handschuhe

9 Dinge, die Sie über Einweghandschuhe wissen sollten

Einmalhandschuhe werden nach einmaliger Nutzung umgehend entsorgt und finden Anwendung in zahlreichen Bereichen - im Privathaushalt, in der Lebensmittelindustrie und Kosmetikbranche, in der Gebäudereinigung, in Kliniken, Praxen und medizinischen Einrichtungen wie Pflegediensten.

Latex HandschuheNitrilhandschuhe oder Einmalhandschuhe aus Vinyl senken im medizinischen Bereich das Infektionsrisiko von Patienten und Personal, schützen in Laboren vor Kontaminierung mit schädlichen Substanzen und verhindern den Kontakt mit Chemikalien oder Verunreinigungen von Nahrungsmitteln. Einweghandschuhe müssen aufgrund ihres häufigen Gebrauchs eine hohe Hautverträglichkeit und beste Trageeigenschaften aufweisen. Hier finden Sie Informationen zu den Handschuhtypen, deren Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten.

1. Es gibt verschiedene Ausführungen von Einweghandschuhen

Einmalhandschuhe schützen sowohl vor infektiösen und chemischen Belastungen als auch vor physikalischen und mechanischen Schädigungen. Es bedarf der sorgfältigen Überprüfung, für welche Tätigkeiten Handschuhe zum Einmalgebrauch eingesetzt werden. Latexhandschuhe weisen eine hohe Laugen- und Säurebeständigkeit auf, Schutzhandschuhe aus Nitril sind ebenfalls beständig gegen zahlreiche Chemikalien und zudem resistent gegen Öle. Vinyl-Einmalhandschuhe werden aufgrund ihrer Defektanfälligkeit und der enthaltenen Weichmacher im medizinischen Bereich kaum noch eingesetzt. Handschuhe aus Polyethylen-Folie finden vorwiegend Verwendung im Friseurhandwerk und bei der Lebensmittelverarbeitung. Einmalhandschuhe werden in allen gängigen Größen von XS bis XL angeboten.

Einweghandschuhe gibt es als gepuderte und ungepuderte Version. Gepuderte Handschuhe lassen sich mühelos überstreifen, was gerade bei schwitzenden Händen von Vorteil ist. Puder bei Latexhandschuhen erhöht jedoch das Allergieriskio, da beim Ausziehen Puderpartikel herumwirbeln, die allergene Substanzen enthalten und über die Atemwege absorbiert werden können. Gemäß DIN EN 455 ist die Verwendung gepuderter Latex Handschuhe im Medizinsektor unzulässig. Alternativ kommen insbesondere nitrile Schutzhandschuhe zum Einsatz. Folgend die Vor- und Nachteile der einzelnen Handschuhtypen.

2. Einweghandschuhe aus Latex – die Handschuh-Klassiker

Puderfreie Latexhandschuhe gehören zu den Handschuh-Klassikern und kommen in zahlreichen Anwenderkreisen aus Medizin, Industrie, Handel, Laboren und Privathaushalten zum Einsatz. Latexmaterial ist überaus elastisch, extrem reißfest und beständig gegen zahlreiche Laugen und Säuren. Zudem bieten Schutzhandschuhe aus Latex erstklassigen Tragekomfort bei ausgezeichnetem Tastempfinden. Zum Hantieren mit Fetten und Ölen eignet sich dieser Handschuhtyp aufgrund seiner Durchlässigkeit nicht. Hier sind Nitrilhandschuhe die geeignete Wahl. Wegen der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten werden Einmalhandschuhe aus Latex in zahlreichen Stärken und normierten Größen hergestellt. 

Im Gesundheitswesen gehört diese Handschuhart nach wie vor zu den meistverwendeten, da das flexible Latexmaterial eine hervorragende Tastsensibilität gewährleistet. Sehr häufig werden sie daher als Untersuchungshandschuhe und sterile OP-Handschuhe eingesetzt. In der Regel sind Latex Handschuhe mit einem zusätzlichen Rollenrand versehen, um das Herabgleiten zu vermeiden. Sterile Schutzhandschuhe mit verlängerten Stulpen erhöhen die Sicherheit bei Operationen. Spezielle Texturen, die sich der natürlichen Fingerform anpassen, beugen Handermüdungen vor. Argumente, die für Latex-Einweghandschuhe sprechen: - Sehr flexibel, griffsicher und hochelastisch - Exzellente Passform, bester Tragekomfort - Hohe Reißfestigkeit, ausgezeichnete Tastsensibilität - Gute Beständigkeit gegenüber mechanischen und chemischen Belastungen

3. Nitrilhandschuhe: Gute Alternative zu Latex

Handschuhe aus Nitril punkten mit gutem Tragekomfort und werden gerne als Alternative zu Latexhandschuhen verwendet, da sie keine allergieauslösenden Latexproteine enthalten. Nitrilhandschuhe sind überaus dehnfähig, reißfest und chemikalienbeständig, allerdings auch durchlässig für einige Lösungsmittel wie Aceton. Nitrile Schutzhandschuhe lassen sich aufgrund der glatten Innenflächen auch ungepudert problemlos an- und ausziehen. Wegen ihrer hohen Virenundurchlässigkeit kommen sie in allen medizinischen Bereichen, häufig als Untersuchungshandschuhe auf Quarantänestationen oder bei Rettungsdiensten, zum Einsatz.

Die Vorteile von Nitril Einmalhandschuhen:

  • Hohe Elastizität und Reißfestigkeit 
  • Gute Tastsensibilität und Trageeigenschaften
  • Problemloses An- und Ausziehen
  • Hohe Viren- und Bakterien-Undurchlässigkeit
  • Gute Beständigkeit gegen Chemikalien

4. Vinylhandschuhe – angenehm weich auf der Haut

Viele Patienten schätzen bei Untersuchungen Einweghandschuhe aus Vinyl, da sie im Gegensatz zu Latex Handschuhen aufgrund ihrer weichen Konsistenz ein angenehmeres Hautgefühl hinterlassen. Jedoch weisen diese Art Schutzhandschuhe im Vergleich mit Nitril- und Latexhandschuhen vielfältige Nachteile auf, wie unzureichende Flexibilität, Einschränkungen hinsichtlich mechanischer Eigenschaften und schlechtere Passform. Für den Medizinbereich ist diese Handschuhart daher nur eingeschränkt empfehlenswert. Vinyl-Untersuchungshandschuhe, die den Verordnungen und Normen entsprechen, beispielsweise EN 455-1, bieten dennoch hohe Sicherheit. Diese Handschuhart ist meistens Teil der Erste-Hilfe-Ausstattung in Kfz-Verbandskästen, da das Material nur sehr langsam ermüdet. Die Merkmale von Einmalhandschuhen aus Vinyl:  

  • Weiche Konsistenz, daher hohe Akzeptanz 
  • Alterungsbeständig, angenehm tragbar
  • Evtl. Gesundheitsrisiko durch enthaltene Weichmacher
  • eingeschränkte mechanische Eigenschaften und Flexibilität
  • fragliche Bakterien- und Viren-Undurchlässigkeit

5. Wie werden Latex-Einmalhandschuhe hergestellt?

Latexhandschuhe können aus Naturlatex oder künstlichem Latex bestehen. Naturkautschuk ist ein elastisches Isopren-Polymer, wird aus dem Milchsaft des Gummibaums Hevea brasiliensis gewonnen und weist eine extreme Zugfestigkeit auf, die synthetisches Latexmaterial nicht erreicht. Mittlerweile werden zur Naturkautschuk-Produktion auch Milchsäfte anderer Kautschukbäume verwendet. Die in der Milch enthaltenen Gummiharze lassen sich zu einem optimal formbaren Material für die Produktion vielfältiger Latexartikel verarbeiten. Der erste künstliche Kautschuk entstand um das Jahr 1900. Bis heute wurden vielfältige synthetische Isoprenverbindungen entwickelt, wie Styrol-Butadien-Copolymer oder Chloropren-Kautschuk.

Etwa 15 Prozent der Anwender von Latexhandschuhen im Medizinbereich und rund 3 Prozent der Patienten reagieren empfindlich auf die in Naturlatex enthaltenen Proteine. Ein besonders hoher Risikoindikator für die Entstehung einer Latexallergie ist das Handschuhpuder, daher werden im Gesundheitswesen nur noch puderfreie Schutzhandschuhe eingesetzt. Eine Latexallergie kann schwere Entzündungs- und Kreuzreaktionen auslösen.

6. Senkung der Proteinwerte durch doppelte Chlorierung

Bei einer Latexallergie oder einer Überempfindlichkeit gegen Naturkautschuk bieten sich synthetische Latexhandschuhe aus Copolymer oder Polyisopren an. Für anspruchsvolle Anwender empfehlen sich Medizinprodukte gemäß EN 455. Durch eine doppelte Chlorierung sind Latexprotein-Werte kaum noch messbar. Dank einer höheren Wandstärke garantieren diese Einweghandschuhe mehr Schutz und sind universell einsetzbar. Die Chlorierung erfüllt den Zweck, den Handschuhpuder und gleichzeitig einen großen Teil der Proteine zu entfernen. Die Minimierung der Latexproteine bewirkt, dass die puderfreie Handschuhsorte seltener allergische Reaktionen auslöst als gepuderte Modelle. Eine Latexallergie kann auf zwei verschiedene Arten verursacht werden:

  • Typ I: Kontaktallergie, ausgelöst von Zusatzstoffen in Latexmaterial. Häufige Reaktionen sind Kontaktekzeme auf der Haut 
  • Typ IV: Soforttyp, verursacht von wasserlöslichen Naturlatex-Proteinen. Wirbeln diese Proteine in der Umgebungsluft umher, droht eine Sensibilisierung. Aorogene Allergene werden durch den Handschuhpuder an die Raumluft abgegeben

 

Lösen Zusatzstoffe eine Kontaktallergie des Typ IV aus, ist eine leichtere Identifizierung der verursachenden Stoffe möglich als bei Typ I. Bedenkliche Inhaltsstoffe lassen die Hersteller entweder weg und ersetzen sie durch besser verträgliche.

7. Der AQL-Wert – ein bedeutendes Qualitätskriterium

Einweghandschuhe gehören zu den elementaren Utensilien im Gesundheitswesen, um Infektionen oder eine Keimverschleppung zu verhindern. Ein bedeutendes Qualitätskriterium bei Schutzhandschuhen ist der AQL-Wert (Acceptable Quality Level). Bei diesem Wert handelt es sich um eine Stichprobe, die gemäß definierter Vorgangsweisen und festgelegter Normen bereitgestellt wird. Aus den Messergebnissen lassen sich Rückschlüsse auf die Gesamtqualität des Produktes ziehen. Beim statistischen Qualitätsverfahren AQL werden Kenngrößen aus Tabellen anhand von Herstellerempfehlungen abgeleitet, um die Eignung von Handschuhmaterialien zu klassifizieren.

Der AQL-Wert gibt Aufschluss darüber, welche Menge an Handschuhen aus statistischer Sicht fehlerhaft ist. Zunächst wird die Losgröße, die Gesamtmenge aller Handschuhe, festgelegt, woraus sich der Kennbuchstabe ergibt, der in einer Tabelle verzeichnet ist. Danach erfolgt die Festlegung des Prüfniveaus (allgemein oder besonders) mit verschiedenen Unterklassen. Aus Prüflevel und Losgröße ergibt sich der Kennbuchstabe. Jetzt kann in einer anderen Tabelle die Teilmengengröße beziehungsweise die Stichprobe abgelesen werden. Im Anschluss wird der AQL-Wert ermittelt, der als horizontale Ebene in der Tabelle aufgeführt ist.

8. Medizinischer Standard: AQL-Wert von 1,5

Bei medizinischen Handschuhen gilt laut Norm EN 455-1 das Allgemeine Prüflevel I mit der Festlegung eines AQL-Wertes von 1,5. Diese Kenngröße betrifft bei Einmalhandschuhen die Dichtigkeit (Risse, Löcher). Als Prüfverfahren schreiben die Richtlinien eine Wasserhalteprüfung vor. Dabei handelt es sich um eine zerstörende Methode, bei dem ein Handschuh mit einem Liter Wasser befüllt wird und innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens komplett dicht bleiben muss. Der Hersteller gibt auf seiner Verpackung den AQL-Wert an, der Kunden Informationen über die Fertigungsqualität liefert. Industrieller Standard ist ein Wert von 4,0, der Kennwert für den medizinischen Standard entspricht 1,5, als Maximalstandard gilt ein AQL-Wert von 0,6. Zu den weiteren Kenngrößen für Einweghandschuhe gehören eine gute Degenerations- und Permeationsbeständigkeit.

9. Noch ein paar Tipps zur Nutzung von Einmalhandschuhen im Pflegebereich

Anwender, die sterile Schutzhandschuhe tragen, sollten grundsätzlich ein Reserve-Paar bereitlegen, denn Einmalhandschuhe können durch kleinste Unachtsamkeiten unsteril werden. Pflegekräfte müssen immer die Handschuhverpackung auf Beschädigungen kontrollieren und die Handschuhe auf einer keimfreien Ablage platzieren. Vor dem Anziehen ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich. Die Hände müssen vollständig trocken sein, bevor die Schutzhandschuhe übergestreift werden. Bei feuchten Händen kann ein kulmulativ-toxisches Ekzem entstehen. Nach der Verwendung werden die Handschuhe sofort entsorgt, mehrmaliger Gebrauch hebt die Schutzwirkung auf.

Latexallergien machen sich mit Symptomen wie Juckreiz, Hautirritationen tränenden Augen, Husten oder entzündeter Bindehaut bemerkbar. Sollten diese Anzeichen auftreten, muss die Pflegedienstleitung benachrichtigt werden. Um Hautschäden durch Desinfektionsmittel und Handschuhmaterialien vorzubeugen, brauchen die Hände eine besondere Pflege. Geeignet sind milde Hautschutzcremes mit Arginin oder Gerbstoffen, die das Aufquellen der schützenden Hornschicht verhindern. Pflegekräfte massieren die Creme auf dem Handrücken ein, danach folgen Handgelenke und Fingerzwischenräume, zum Schluss werden Fingerkuppen und Nagelfalze eingecremt.

Einmalhandschuhe – Prüfmethoden und Kennzeichnungen

Egal ob im Krankenhaus, in der Arztpraxis, im Umgang mit Patienten allgemein oder in der Hauskrankenpflege sowie im Seniorenheim - und auch im Wellness und Kosmetikbereich: Einmalhandschuhe kommen im medizinischen Bereich täglich zum Einsatz und sind unerlässlich für zahlreiche Behandlungen und Untersuchungen. Sie dienen dem Schutz vor Infektionen und Keimen, und verhindern das Einschleppen von Bakterien oder eine Übertragung von Krankheiten vom Patienten auf das medizinische Personal und umgekehrt. Vor allem im Umgang mit hochinfektiösen Krankheiten sind Einmalhandschuhe ein absolutes Muss und dienen der Sicherheit des Patienten, der Ärzte und des Pflegepersonals.

Die verschiedenen Angebote und Typen von Einmalhandschuhen bieten für jede Behandlung und jeden Behandelnden den passenden Schutz. Gab es früher nur einige wenige Angebote für Schutzausrüstung und Einmalhandschuhe, kann man heute aus einer großen Palette verschiedener Typen und Größen wählen. Je nach Einsatzgebiet und persönlichen Vorlieben findet man diverse Modelle und kann so hygienisch arbeiten.

Für jede Hand den passenden Einmalhandschuh – so finden Sie ihn

Prinzipiell gilt: Einmalhandschuhe zählen zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und müssen der Norm EN 455 entsprechen und den Anforderungen der MDD, der Medizinproduktrichtlinie, gemäß produziert sein, um im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen zu können. Die Kennzeichnung EN 455 umfasst die Punkte -1 bis -4, die nachfolgend genauer beschrieben werden.

EN 455-1

EN 455-2

EN 455-3

EN 455-4

Dichtheit der Handschuhe - sind sie einwandfrei und haben keine Löcher oder andere Schäden?

Wie reißfest sind die Handschuhe, welche Größen sind vorgeschrieben, um für jeden Benutzer gut sitzende Schutzausrüstung zu gewährleisten?

Kennzeichnungspflicht für Handschuhe in Bezug auf chemische Inhaltsstoffe, Latexgehalt, Puder, Endotoxine und mögliche Proteine, die sich lösen könnten. Ist kein Puder enthalten, muss dieses kenntlich gemacht werden.

Wie lange sind die Handschuhe haltbar? Auf der Packung müssen außerdem Hinweise zur Lagerung gegeben werden (z.B. staubfrei, trocken, vor Hitze schützen)

 

Bei der Norm EN 455-1 wird die Dichtheit der Einmalhandschuhe mit der sogenannten AQL-Quote bewertet und mittels eines Wasserundurchlässigkeitstests geprüft. Die AQL-Quote (Accepted Quality Level) wird unterschiedlich angesetzt und liegt bei Einmalhandschuhen für Untersuchungen bei 1,5.

Der Test über die Dichtheit der Schutzausrüstung wird folgendermaßen durchgeführt:

  • aus der Gesamtproduktionsmenge an Handschuhen wird ein gewisser Teil nach bestimmten Vorgaben herausgenommen und zu Stichproben herangezogen.
  • Diese Handschuhe werden mit Wasser prall gefüllt und genauestens auf ihre Dichtheit überprüft.
  • In einem weiteren Test werden die Einmalhandschuhe mit Luft gefüllt und dann in Wasser getaucht, um zu sehen, ob irgendwo am Handschuh Luftblasen aufsteigen, was ein Zeichen für Löcher und Beschädigungen wäre.
  • Fehlerhafte Einmalhandschuhe werden entfernt und es wird vermerkt, wie viele Handschuhe aussortiert werden mussten.
  • Anhand dieser Zahl errechnet man, wie hoch die Gesamtausfälle sind. Liegt die Zahl zu hoch, wird die Charge nicht ausgeliefert und muss neu produziert werden.

 

Die Norm EN 455-2 gibt an, wie reißfest und stabil die Schutzausrüstung sein muss - schließlich muss man als Arzt und/oder Pflegepersonal sicher sein können, nicht schon beim Anziehen der Handschuhe Löcher an den Fingern zu bekommen. Natürlich ist man nie vor Schäden an Handschuhen gefeit, doch durch die Anforderungen und Tests der Norm EN 455-2 ist gewährleistet, dass so wenig Löcher und Schäden wie möglich auftreten. Zusätzlich zur Stabilität ist in der DIN EN 455-2 festgelegt, welche unterschiedlichen Größen und Ausformungen die Einmalhandschuhe haben sollen. Man unterscheidet zunächst zwischen Handschuhen für den Einsatz im Operationssaal und Handschuhen für Untersuchungen oder für die Pflege von Patienten.

Für OP-Handschuhe gelten folgende Größen und Maße:

 Größe 

Maße (mindestens)

5

250 mm Länge, 67 mm +/-4 mm Breite

5,5

250 mm Länge, 72 mm +/-4 mm Breite

6

260 mm Länge, 77 mm +/-5 mm Breite

6,5

260 mm Länge, 83 mm +/-5 mm Breite

7

270 mm Länge, 89 mm +/-5 mm Breite

7,5

270 mm Länge, 95 mm +/-5 mm Breite

8

270 mm Länge, 102 mm +/-6 mm Breite

8,5

280 mm Länge, 108 mm +/-6 mm Breite

9

280 mm Länge, 114 mm +/-6 mm Breite


Einmalhandschuhe, die nicht diesen Anforderungen und Vorgaben entsprechen, dürfen im OP-Bereich nicht eingesetzt werden und werden von Kliniken oder Praxen mit OP-Betrieb nicht geordert.

Für Schutzausrüstung im Pflege- und Untersuchungsbereich schreibt die Norm EN 455-2 folgende Größen vor:

Größe

Mindestmaße mit Naht  

  Mindestmaße ohne Naht  

Extraklein (XS)

270 mm lang, 80 mm breit

240 mm lang

Klein (S)

270 mm lang, 80 mm +/-10 mm breit

240 mm lang

Mittelgroß (M)

270 mm lang, 95 mm +/-10 mm breit

240 mm lang

Groß (L)

270 mm lang, 110mm +/-10 mm breit

240 mm lang

Extragroß (XL)

270 mm lang, >110 mm breit

240 mm lang

 

Die EN 455-3 regelt die Inhaltsstoffe der Einmalhandschuhe und legt fest, welche chemischen Komponenten enthalten sein dürfen. Man unterscheidet bei Schutzausrüstung und Einmalhandschuhen zwischen

 

Zunehmende Unverträglichkeiten und Allergien gegen Latex sowohl bei Ärzten und Pflegepersonal als auch bei Patienten führten dazu, dass heute in vielen Krankenhäusern, Praxen und anderen Einrichtungen, in denen Schutzausrüstung eingesetzt wird, Latexhandschuhe durch den Einsatz von Vinyl- oder Nitril-Einmalhandschuhen ersetzt wurden.
Es gibt sowohl gepuderte Einmalhandschuhe als auch puderfreie Handschuhe. Die gepuderten Handschuhe lassen sich besser überziehen und sorgen für besseren Halt. Allerdings reagieren auch auf den Puder viele Ärzte und Pfleger bzw. Krankenschwestern allergisch, weshalb von einigen Herstellern empfohlen wird, puderfreie Einmalhandschuhe zu benutzen. Jeder in der Medizin Tätige sollte verschiedene Schutzausrüstungen und Einmalhandschuhe probieren und in der Praxis erproben. Während der eine gerne mit gepuderten Handschuhen arbeitet, bevorzugt der andere Vinyl und wieder andere benutzen - je nachdem, welche Untersuchung oder Behandlung ansteht - verschiedene Typen von Handschuhen.

In der Kennzeichnung EN 455-4 schließlich findet man ausführliche Hinweise zu Lagerung, sachgemäßem Gebrauch und Haltbarkeitsdauer für Einmalhandschuhe. Auf jeder Packung muss vermerkt sein, wann die Handschuhe produziert wurden und wie lange sie verwendet werden dürfen. Auch der stabilste Handschuh wird irgendwann spröde, und wenn man Einmalhandschuhe nach dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums verwendet, können sie aufgrund zu langer Lagerung Schäden wie Löcher, aufgerissene Nähte u.ä. aufweisen, sodass ein sicheres, hygienisches Arbeiten mit dieser Schutzausrüstung nicht mehr gegeben ist. Dann sollten die Handschuhe fachgerecht entsorgt und neue Modelle bestellt werden.

Auch die Lagerung ist wichtig. Um zu gewährleisten, dass die Einmalhandschuhe einwandfrei benutzbar bleiben, müssen sie richtig gelagert werden. Wichtig ist ein trockener Lagerplatz, an dem die Handschuhe vor Hitze geschützt werden. Zu große Hitze oder große Temperaturschwankungen führen dazu, dass die Schutzausrüstung an Elastizität und Stabilität verliert. Das Material wird spröde und anfällig für Risse und Löcher. Mit einem trockenen Lagerort und gleichmäßiger, nicht zu hoher Temperatur stellt man sicher, dass die Einmalhandschuhe ihre gute Qualität dauerhaft behalten und man sie ohne Bedenken auch nach längerer Lagerzeit verwenden kann.

Die Kennzeichnung EN 374 – wichtige Norm gegen Penetration und Permeation

Eine weitere wichtige Prüfmethode für Einmalhandschuhe und Schutzausrüstungen ist die DIN EN 374. Sie legt fest, welchen Anforderungen Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen genügen müssen, um im medizinischen Bereich eingesetzt werden zu können. Vor allem in Labors, die mit chemischen Stoffen arbeiten, oder bei Operationen ist es unerlässlich, dass Einmalhandschuhe und Schutzausrüstung resistent gegen Mikroorganismen und chemische Prozesse und Stoffe sind. Die Kennzeichnung EN 374 unterscheidet hier zwischen

  • Einmalhandschuhen für den einfachen Gebrauch mit weniger Schutzbedarf und
  • vollwertigen Einmalhandschuhen mit erhöhtem Schutzbedarf.

 

Je nachdem, mit welchen chemischen Mitteln die Schutzausrüstung in Kontakt kommt, sind die Handschuhe mit einem Symbol gekennzeichnet. Einmalhandschuhe für den einfachen Gebrauch tragen den sogenannten Erlenmeyerkolben als Kennzeichen und schützen vor Permeation, also der Durchlässigkeit von Chemikalien für bis zu 30 Minuten. Für Schutzausrüstung und Handschuhe hat man in der Norm EN 374 einen Index von 1 bis 6 festgelegt und es gilt: je höher die Klasse, desto höher der Schutz. Außerdem legt die Kennzeichnung EN 374 die Durchbruchzeiten von Chemikalien fest. Mit Durchbruchzeit bezeichnet man die Dauer, die eine Chemikalie benötigt, um eine Schutzausrüstung und Einmalhandschuhe bis auf die Haut des Benutzers zu durchdringen und sie somit unbrauchbar zu machen. Man unterscheidet hierbei zwischen

  • dem Kontakt der Chemikalie mit der Oberfläche der Schutzausrüstung, wie es zwangsläufig im Gebrauch passiert,
  • dem Verbreiten der Chemikalie und dem Durchdringen des Handschuhs,
  • dem letztlichen Kontakt der Chemikalie mit der Haut im Inneren des Handschuhs.

 

Durchbruchzeit

  Schutzklasse 

Unter 10 Minuten

1

Unter 30 Minuten

2

Unter 60 Minuten

3

Unter 120 Minuten

4

Unter 240 Minuten

5

Unter 480 Minuten

6

 

Zu den Chemikalien der Klasse 2 zählen beispielsweise

  • Methanol,
  • Ester,
  • Anorganische Basen,
  • Anorganische Säuren.

 

Das heißt also: arbeitet man mit Chemikalien der Klasse 2, schützen die Handschuhe bis zu 30 Minuten vor einem Durchdringen der Moleküle in den Handschuh - und damit auf die Haut.

Für vollwertige Einmalhandschuhe wurde in der Norm EN 374 das Symbol "Becherglas" als Kennzeichnung festgelegt. Schutzausrüstung, die mit dem Becherglas gekennzeichnet wurde, ist wasserdicht, luftundurchlässig und kann für eine bestimmte Dauer im Umgang mit Chemikalien verwendet werden. Einige Hersteller listen auf ihren Packungen auf, mit welchen Chemikalien man mit ihren Einmalhandschuhen arbeiten kann. Allerdings ist eine Permeation auch abhängig von der Temperatur, in der mit der Schutzausrüstung gearbeitet wird. Bei sehr hohen bzw. sehr niedrigen Temperaturen kann die Durchbruchzeit einer Chemikalie verringert werden.

Als Penetration gilt bei der Norm EN 374, wenn Chemikalien aufgrund von Beschädigungen durch Löcher, Nadeln oder aufgerissene Nähte in die Schutzausrüstung eindringen können. Es gilt also, vor dem Überstreifen der Handschuhe diese auf eventuell vorhandene Schäden zu prüfen und gegebenenfalls gegen einwandfreie Schutzausrüstung auszutauschen. Auch im Umgang mit Spritzen, Nadeln und anderer medizinischer Ausrüstung, die zu einer Perforation der Handschuhe führen kann, ist Vorsicht geboten. Entstehen also durch Materialfehler oder unsachgemäße Handhabung Schäden, durch die Chemikalien den Handschuh durchdringen können, spricht man von Penetration. Dringen die Chemikalien aufgrund ihrer Struktur nach einer gewissen Zeit während einer Behandlung durch die Handschuhe, spricht man von von Permeation.

Auf Herz und Nieren geprüft: Einmalhandschuhe auf dem Prüfstand

Man sieht also: Einmalhandschuhe und Schutzausrüstung werden diversen Prüfmethoden unterzogen, um zu garantieren, dass im Umgang mit Kranken und bei Studien und Laborversuchen die größtmögliche Hygiene und der bestmögliche Schutz vor Chemikalien gewährleistet ist. Sowohl die Materialien als auch die praktischen Faktoren wie Größen und benutzerfreundliche Gestaltung unterliegen ständigen Tests und den Kennzeichnungen EN 455 1-4 und EN 374. Reiß- und Wassertests gehören ebenso zur Qualitätssicherung, wie Tests hinsichtlich der Penetration und Permeation der Handschuhe. So kann jeder Arzt, das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Seniorenheimen und auch wissenschaftliche Mitarbeiter und Laboranten der Chemie- und der Pharmabranche Untersuchungen, Forschungen und Operationen durchführen und sicher sein, dass die Schutzausrüstung und medizinischen Handschuhe höchsten Ansprüchen im Hinblick auf die Sicherheit und Hygiene genügen. Einmalhandschuhe kommen heute neben der Medizin auch in der Gastronomie und der Kosmetikbranche zum Einsatz. Sie bieten für jede Anwendung in jeder Branche umfassenden Schutz und sorgen immer für hygienische Arbeit, egal ob am Patienten, in der Küche oder im Dienste der Schönheit.